APPARATIVE INTERMITTIERENDE KOMPRESSION

 

Die apparative intermittierende Kompression , manchmal auch als IPK intermittierende pneumatische Kompression bezeichnet, ist neben der manuellen Lymphdrainage ein fester Bestandteil der phyikalischen Entstauungstherapie. Die Wirksamkeit dieser bewährten Behandlungsmethode ist vielfach nachgewiesen und wird in zahlreichen Studien eindrucksvoll dokumentiert.

Das seit Jahren bewährte und erfolgreiche 12-Stufen-System lympha-mat® GRADIENT ist weltweit bekannt durch seinen druckgesteuerten Kompressionsaufbau in Verbindung mit gradientem Behandlungsdruck und durch das überlappende Luftkammersystem in den Behandlungsmanschetten.

lympha-mat® GRADIENT eignet sich bei allen Arten von Extremitätsödemen und hat seinen Schwerpunkt in der Behandlung von Lip- und Lymphödemen und deren Mischformen im klinischen, ambulanten und häuslichen Bereich.

 

Seit einer Revision der MiGeL, der Mittel- und Geräteliste für die Grundversorgung seitens der Krankenkassen, wird nach vorgängigem Antrag und Kostengutsprache durch die Krankenkassen unter Voraussetzungen die Miete für eine Testphase und allenfalls anschliessender Kauf übernommen.

 

Die Systeme zur AIK bestehen aus einem Kompressor und den Behandlungsmanschetten. Am Kompressor werden die Therapiedauer, der gewünschte Behandlungsdruck und die Pausenzeit eingegeben. Therapiert wird nach den individuellen Bedürfnissen der Patienten, mehrmals pro Woche. Begonnen wird oft mit einem niedrigen Behandlungsdruck, der, je nach Verträglichkeit, langsam gesteigert werden kann. Eine verordnete Heimtherapie macht den Patienten unabhängig und ermöglicht auch die Therapie am Wochenende, Urlaub etc..

Der gradiente Behandlungsdruck realisiert ein physiologisch effizientes Druckgefälle. So kann die Flüssigkeit, die durch den in den überlappenden Kammern aufgebauten Druck mobilisiert wird, ohne Rückfluss ungehindert abströmen. Der deutlich minimierte Behandlungsdruck am Manschettenende entlastet die vorgelagerten Abflussgebiete und ist besonders vorteilhaft bei Lymphödemen.

Das Konzept der gradienten intermittierenden Kompression ist das Resultat umfassender medizinischer Forschung und entstand in Anlehnung an die Fertigung von Kompressions- und Thrombosestrümpfen.

Die handbreiten, sich um 50% überlappenden Luftkammern in den Manschetten kombiniert mit gradientem Behandlungsdruck verhindern Pendelflüsse mit unphysiologischer Klappenbelastung und fördern den venösen und lymphatischen Rückfluss nachhaltig. Das Gewebe wird entstaut, Stoffwechsel und Gasaustausch deutlich verbessert.

Durch die überzeugenden Behandlungserfolge setzt lympha-mat® GRADIENT neue Maßstäbe in der apparativen Entstauungstherapie.

Das Wirkprinzip

Die zwölf überlappenden Luftkammern einer Behandlungsmanschette werden bei einem Kompressionszyklus, distal beginnend,
nacheinander mit Luft gefüllt.



Alle Kammern bleiben solange gefüllt, bis die letzte den gewünschten Druck erreicht hat. Danach entweicht aus allen Kammern gleichzeitig die Luft, und nach einer Pausenzeit beginnt der Aufpumpzyklus erneut.

 

Indikationen (wann einsetzbar?)

  • Thromboembolie-Prophylaxe
  • postthrombotisches Syndrom
  • Ulcus cruris
  • venöse Ödeme
  • posttraumatische Ödeme
  • Lymphödeme
  • Lipödeme
  • Ödem-Mischformen
  • periphere arterielle Verschlusskrankheit
  • unter strenger Kontrolle sensorische Störung bei Hemiplegie


Kontraindikationen (wann nicht?)

  • dekompensierte Herzinsuffizienz
  • ausgedehnte Thrombophlebitis, Thrombose oder Thromboseverdacht
  • Erysipele
  • schwere, nicht eingestellte Hypertonie
  • akutes Weichteiltrauma der Extremitäten
  • Neuropathie
  • okkludierende Prozesse im Lymphabstrombereich